Freilassing – Der ESV Freilassing steckt momentan in einer Krise, aus den letzten 5 Spielen konnten die Eisenbahner lediglich ganze 2 Zähler heraus holen. Am Freitag-Abend verschärften die ebenfalls kriselnden Gäste aus Bad Endorf die Freilassinger Situation und entführten 3 Punkte aus der Grenzstadt.
Die Freilassinger gingen wieder mit einem eher mickrigen Kader, mit nur einem Ersatz-Spieler, in diese so wichtige Partie. Gleich zu Beginn war aber der TSV Bad Endorf am Drücker und setzte die erste Aktion. ESV-Keeper Maximilian Tanzer wäre in der 4. Spielminute geschlagen gewesen, doch Endorfs Hainzl setzte den Kopfball an den Pfosten – Glück für die Hausherren. Nach 15 Minuten hatten dann auch die Pritzl-Schützlinge die erste dicke Chance. Markovic hatte viel Zeit im Strafraum, konnte diese aber nicht nutzen und setzte die Ball neben den Pfosten. Eine Zeigerumdrehung später war es Kovac, der es aus 20 Metern nicht schaffte den Ball im TSV-Gehäuse unterzubringen. Die knapp 120 Zuschauer sollten voll auf ihre Kosten kommen, denn es war ein offener Schlagabtausch und keine der beiden Mannschaften wollte den Platz als Verlierer verlassen.
Auch Endorf hatte hochkarätige Chancen. Marinus Weber flog in der 33. Spielminute nur Zentimeter an der Führung vorbei – das hätte es sein müssen aus Sicht des TSV. Nur zwei Minuten später lag der Ball dann doch im TSV-Tor. Daniel Leitz konnte Tobias Pappenberger im TSV-Kasten überwinden und schob den Ball ins lange Eck, doch der Schiedsrichterassisten sah eine Abseitsstellung des ESV-Stürmers und hob die Fahne. Kurz vor dem Pausentee kamen die Hausherren mit einem schnellen Konter nochmal zu einer riesen Möglichkeit. Nach einer Ecke kommt Sascha Schimag per Kopf zu seiner Chance, weil der Endorfer Keeper zu weit von seinem Kasten weg steht kann er nicht mehr eingreifen. Der Ball fliegt über ihn drüber und landet auf dem Querbalken. So passierte bis zur Halbzeit nicht mehr viel und man ging mit einem 0:0 in die Kabinen.
Alle warteten gespannt auf die zweite Hälfte einer tollen Bezirksligapartie, in den ersten zehn Minuten passiert aber herzlich wenig. Danach gehörte die Partie aber dem ESV, der aber kein Mittel fand die sichere Endorfer Abwehr zu umgehen. Freilassing hatte mehr Ballbesitz, konnte dies aber in nichts Zählbares ummünzen. In der 61. Spielminute gab es einen Platzverweis auf der Seite des ESV. Ein super Konter der Freilassinger – Mario Markovic wird steil geschickt und ist alleine durch, legte sich dann aber den Ball zu weit vor, sodass Endorfs Keeper Pappenberger deutlich früher am Spielgerät war. Doch Markovic sprang mit beiden Beinen voraus in den Keeper, ohne jegliche Chance auf den Ball. Schiedsrichter Otter zögert keine Sekunde und schickt den Freilassinger Angreifer mit der roten Karte zum Duschen. Ohne Beschwerde ging der ESV´ler zum Duschen, auch von Mitspielern oder Zuschauern kamen keinerlei Beschwerden.
Zehn Minuten später war es dann der frisch eingewechselte Andreas Garhammer, der den Endorfer Block jubeln ließ. Christian Heinl brachte eine schöne Flanke auf Garhammer, der aus ca. 18 Metern den Ball volley nahm und mit Hilfe des rechten Innenpfostens, von wo aus der Ball unhaltbar im Netz einschlug, die viel umjubelte Führung markierte. Die Freilassinger versuchten in Unterzahl noch mal alles, um wenigstens einen Punkt im heimischen Max-Aicher-Stadion zu behalten. Bad Endorf spielte trotz nummerischer Überlegenheit viel zu hektisch und leisteten sich zu viele Ballverluste.
Die Schlussphase der Partie ist dann sehr zerfahren, die Eisenbahner schmeißen alles nach vorne, kommen allerdings nicht entscheidend durch. Der TSV Bad Endorf spielt auch verständlicherweise nur noch mit Halb-Gas nach vorne und setzte alles daran, um hier als Sieger vom Platz zu gehen. Daniel Leitz vergab eine gute Chance in der 83. Garhammer hätte in der 88. Spielminute den Deckel draufmachen können. Dieser wurde toll von Stillfried bedient, schoss aber leider aus zehn Metern dem Torwart in die Arme, das wäre es gewesen. Im Max-Aicher-Stadion passierte nichts mehr und der TSV durfte endlich drei Punkte bejubeln. Für den ESV sieht es allerdings alles andere als rosig aus – man rutscht auf den 4. Tabellenplatz ab und verliert langsam den Anschluss auf die Tabellenspitze. Sollte der SV Bruckmühl im Sonntagsspiel in Haidhausen gewinnen wären es dann schon sieben Zähler Rückstand auf den ersten Tabellenplatz. Der TSV klettert dank des Sieges auf den 8. Platz und ist jetzt mit 19 Punkten zehn Zähler von den Abstiegsrängen weg.